Das unvollständige Kleeblatt - Körner im Diskurs mit Schiller. Vortrag von Thorsten Bolte, Grimma

1797 schreibt Schiller seinem Freund Körner, der gerade ein umfassendes Urteil zu dessen „Musen-Almanach für das Jahr 1798“ übermittelt hatte: „… ich bin nun neugierig, was die zwei anderen aus meinem kritischen Kleeblatt, Goethe und Humboldt, dazu meinen werden.“ Diese leichtfüßige Bemerkung des Dichters verdeutlicht ein Dilemma, das bis heute andauert: Über Goethe und den Älteren der Humboldts ist viel geschrieben worden, über Körner deutlich weniger. Wer seinen Namen in den Katalog der Deutschen Nationalbibliothek eingibt, findet viele Reprints, aber wenig aktuelle Forschung zu ihm. Doch er war viel mehr als „nur“ Freund, Förderer und literarischer Nachlassverwalter Schillers – Christian Gottfried Körner war vielleicht der wichtigste intellektuelle Gesprächspartner für Friedrich Schiller.
Der Vortrag möchte auf Spurensuche gehen und einige Querverbindungen aufzeigen, ohne die die „Weimarer Klassik“ eine andere geworden wäre.

Zum Referenten
Thorsten Bolte studierte Literatur- und Musikwissenschaft sowie Philosophie in Köln und Leipzig. Seit 2016 leitet er das Museum Göschenhaus in Grimma, das eng mit Christian Gottfried Körner und Friedrich Schiller verbunden ist: Körner war in den frühen Verlagsjahren stiller Teilhaber an Georg Joachim Göschens Verlag und Schiller ein wichtiger Autor. 1801 besuchte Schiller mit Familie den Sommersitz in Hohnstädt (dem heutigen Göschenhaus) und schrieb „Jener Tag gehört zu den fröhlichsten, die ich durchlebte.“

Eine Veranstaltung des Schiller & Körner in Dresden e.V.
Freitag, 17. Mai 2024, 18 Uhr
Stadtbezirksamt Loschwitz
Grundstr. 3, 01326 Dresden

Eintritt frei, Spenden erwünscht, Weinausschank

 

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