Aktuelles

Welche Vorstellung haben Sie von Schiller? Ist er für Sie als Autor der 1781 verfassten „Räuber“ der jugendliche Stürmer und Dränger oder der klassische Dichter in Denkerpose, wie ihn Anton Graff 1786 gemalt hat, oder der 1802 geadelte Hofmann, als den ihn ein anonymer Scherenschnitt zeigt? – Schiller hatte viele Facetten, und in dem Vortrag „Ein Bild von einem Mann“ (Christian Hofmann und Dr. Franziska Jenrich-Tran), der die diesjährige Veranstaltungsreihe am 26. März um 18 Uhr im Stadtbezirksamt Loschwitz eröffnet, werden Sie mehr darüber erfahren. Ab Ostern können Sie sich dann im Schillerhäuschen selbst ein Bild des Dichters in seinen Dresdner Jahren (1785-1787) machen – dank der Ehrenamtlichen, die in bewährter Weise wieder für die Öffnung des Museums an Wochenenden und Feiertagen bis Oktober sorgen.
Neu im Programm ist der Veranstaltungsort Bräustübel. Die wiedereröffnete Gaststätte am Körnerplatz hat in der ersten Etage einen gemütlichen Raum, der für kulturelle Zwecke geradezu prädestiniert ist. Hierher lädt der Schiller & Körner in Dresden e.V. zweimal ein: am 24. April um 18.30 Uhr zu einem offenen Dichterabend zum Thema Balladenwettstreit zwischen Goethe und Schiller, an dem auch die Gäste aufgefordert sind, sich zu beteiligen; und am 30. Oktober um 18.30 Uhr zu einer Lesung mit Johannes Wilkes aus seinem Buch „Kommissar Goethe. Schillers Schädel“, dessen irrwitzige Reise durch die literarische Welt der beiden Klassiker perfekt auf Halloween einstimmen wird.
"Schreibe mir bald wieder“ heißt es am 28. Mai um 18 Uhr im Stadtbezirksamt Loschwitz, wenn eine spektakuläre Neuerwerbung von Briefhandschriften Schillers und Körners für das Goethe- und Schiller-Archiv Weimar vorgestellt wird (Dr. Silke Henke, Jena/Weimar). Auch 2026 gibt es zwei Gemeinschaftveranstaltungen: Zum 100. Jubiläum der Goethe-Gesellschaft Dresden haben beide Vereine Prof. Dr. Dirk Oschmann aus Leipzig am 16. September um 18 Uhr nach Loschwitz eingeladen, der zu Goethes „Hermann und Dorothea“ referieren wird und dabei auch Schiller, Wilhelm von Humboldt und Christian Gottfried Körner zu Wort kommen lässt. Und am 24. Oktober um 17 Uhr wird das Leipziger Schillervereinstheater auf Einladung des Schiller & Körner in Dresden e.V. im Kügelgenhaus Christian Fürchtegott Gellert, einen zu Unrecht vergessenen Autor des 18. Jahrhunderts, mit Deklamationen und Spielszenen zum Leben erwecken.
Und nicht zuletzt werden zur Museumsnacht am 20. Juni und zum Elbhangfest am 27./28. Juni auch die Türen des Schillerhäuschens länger als sonst geöffnet sein und Besucher mit Wein vom Elbhang zu einem literarischen Programm im Garten des Museums eingeladen.
Den Veranstaltungsreigen beschließt am 10. November, dem 267. Schillergeburtstag, wie alljährlich seit 2020 ein Spaziergang auf Dichterspuren. Er beginnt um 14.30 Uhr am Schillerdenkmal am Jorge-Gomondai-Platz und führt auf den Spuren Schillers und seines Freundes und Mäzens Körner durch das Stadtzentrum.

Weitere Informationen: Jahresprogramm 2026 (PDF) siehe Veranstaltungen
Anmeldung erwünscht für Vorträge und Führungen beim Besucherservice der Museen der Stadt Dresden: 0351/4887272, service@museen-dresden.de

„Was bisher meine heißesten Wünsche erzielten, hab ich nun endlich erlangt. Ich bin hier (in Dresden) im Schoße unserer Lieben aufgehoben wie im Himmel (Schiller, 13.9.1785).

Zum 266. Geburtstag Friedrich Schillers am 10. November 2025 wird der Schiller & Körner in Dresden e.V. Blumen am Denkmal des Dichters am Jorge-Gomondai-Platz niederlegen. Es ist eine der seltenen Gelegenheiten, bei denen man das Standbild und die neun Reliefs der Rotunde von Selmar Werner aus der Nähe bewundern kann.
Der Verein lädt an diesem Tag auch dazu ein, den Spuren Schillers und seines Freundes und Mäzens Körner in Dresden zu folgen. Zu diesem Thema ist 2020 die Broschüre „Schiller- und Körnerorte in Dresden“ erschienen, verfasst von Renate Brendel und herausgegeben von Verein und Stadtmuseum. Jeder Teilnehmer an diesem Tag erhält die gerade neu aufgelegte Broschüre.
Interessenten werden von Vereinsmitgliedern zu den Stationen im Zentrum Dresdens geführt und erhalten Erläuterungen zu den historischen Fakten und Hintergründen. Der Stadtspaziergang ist für eine Dauer von zwei Stunden konzipiert; auf Wunsch kann er in Blasewitz und Loschwitz, wo sich weitere interessante Denkmale befinden, fortgesetzt werden.

Veranstaltung des Schiller & Körner in Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden
Treffpunkt: Mo, 10.11.2025, 14.30 Uhr am Schillerdenkmal am Jorge-Gomondai-Platz, Nähe Albertplatz/Neustadt
Kosten: 5,00 Euro pro Person (Vereinsmitglieder/Ehrenamtliche frei)
Anmeldung erwünscht:
Besucherservice der Museen der Stadt Dresden
Tel.: +49 (0) 3 51 4 88 72 72
service@museen-dresden.de

 

 

Am Freitag, dem 12. September 2025, werden in einer Open-Air-Veranstaltung im Garten des Schillerhäuschens der 240. Jahrestag der Ankunft Schillers in Dresden-Loschwitz und 20 Jahre Wiedereröffnung des Museums gefeiert.
Ab 14.00 Uhr ist das Schillerhäuschen geöffnet. Es gibt Führungen im Haus und am Elbhang, wobei man auch die Weinpresse von 1710 besichtigen kann, da der Verbindungsweg von der Schillerstraße 19 a zum Körnerweg wieder begehbar ist.
Ab 17.00 Uhr beginnt das eigentliche Programm (bei Regen findet es im Stadtbezirksamt Loschwitz, Grundstraße 3, statt).

 

Das Programm startet gleich mit einem Höhepunkt: Tom Pauls, der in Dresden und Pirna gleichermaßen gefeierte Schauspieler und Kabarettist, wird Schiller-Adaptionen von Lene Voigt darbieten. Ein weiterer Höhepunkt ist die Ehrung der Ehrenamtlichen, die seit 2005 dafür sorgen, dass das Schillerhäuschen von Ostern bis Oktober an den Wochenenden für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Den Dank an sie übermittelt die Direktorin des Stadtmuseums Dr. Christina Ludwig. Die bewegte Museumsgeschichte wird von Dr. Franziska Müller erläutert, und Vereinsmitglied Reinhild Mohles gibt Einblicke in die Gästebücher des Museums. Unter dem Titel „Fünfblättriges Kleeblatt“ werden Mitglieder des Schiller & Körner in Dresden e.V. aus Briefen des historischen „Kleeblatts“ von Schiller und seinen Freunden lesen. Für die musikalische Umrahmung sorgen Nicole Schwaar (Violine) und Franz Krause (Cello), die Musik aus Schillers Zeit spielen.

Schillerhäuschen: Schillerstraße 19, 01326 Dresden
Eintritt: 5,00 Euro, frei für Vereinsmitglieder, Ehrenamtliche des Schillerhäuschens und geladene Gäste
Weitere Informationen: www.schillerhaeuschen-dresden.de
Anmeldung unter: info@schiller-koerner-dresden.de

 

Das unvollständige Kleeblatt - Körner im Diskurs mit Schiller. Vortrag von Thorsten Bolte, Grimma

1797 schreibt Schiller seinem Freund Körner, der gerade ein umfassendes Urteil zu dessen „Musen-Almanach für das Jahr 1798“ übermittelt hatte: „… ich bin nun neugierig, was die zwei anderen aus meinem kritischen Kleeblatt, Goethe und Humboldt, dazu meinen werden.“ Diese leichtfüßige Bemerkung des Dichters verdeutlicht ein Dilemma, das bis heute andauert: Über Goethe und den Älteren der Humboldts ist viel geschrieben worden, über Körner deutlich weniger. Wer seinen Namen in den Katalog der Deutschen Nationalbibliothek eingibt, findet viele Reprints, aber wenig aktuelle Forschung zu ihm. Doch er war viel mehr als „nur“ Freund, Förderer und literarischer Nachlassverwalter Schillers – Christian Gottfried Körner war vielleicht der wichtigste intellektuelle Gesprächspartner für Friedrich Schiller.
Der Vortrag möchte auf Spurensuche gehen und einige Querverbindungen aufzeigen, ohne die die „Weimarer Klassik“ eine andere geworden wäre.

Zum Referenten
Thorsten Bolte studierte Literatur- und Musikwissenschaft sowie Philosophie in Köln und Leipzig. Seit 2016 leitet er das Museum Göschenhaus in Grimma, das eng mit Christian Gottfried Körner und Friedrich Schiller verbunden ist: Körner war in den frühen Verlagsjahren stiller Teilhaber an Georg Joachim Göschens Verlag und Schiller ein wichtiger Autor. 1801 besuchte Schiller mit Familie den Sommersitz in Hohnstädt (dem heutigen Göschenhaus) und schrieb „Jener Tag gehört zu den fröhlichsten, die ich durchlebte.“

Eine Veranstaltung des Schiller & Körner in Dresden e.V.
Freitag, 17. Mai 2024, 18 Uhr
Stadtbezirksamt Loschwitz
Grundstr. 3, 01326 Dresden

Eintritt frei, Spenden erwünscht, Weinausschank

Rudolstadt – Schillers heimliche Geliebte. Schillers Weg nach Rudolstadt und seine Rudolstädter Zeit

In der kleinen Thüringer Residenzstadt Rudolstadt erfüllten sich für Friedrich Schiller zwei Lebensträume. Hier fand nicht nur die erste Begegnung mit Goethe statt, hier fand er auch sein Eheglück. Als er 1787 zum ersten Mal im Haus der Familie Lengefeld-Beulwitz mit Charlotte von Lengefeld und Caroline von Beulwitz zusammentraf, war er von der aufgeschlossenen geistigen Atmosphäre der Familie derart beeindruckt, dass schnell Pläne geschmiedet wurden, wieder in Rudolstadt zu weilen. So verbrachte Schiller den Sommer des Folgejahres in der kleinen Residenzstadt an der Saale. In dieser Zeit wurde seine Leidenschaft für die noch unverheiratete Charlotte und ihre ältere Schwester Caroline geweckt. Aber auch die lang ersehnte erste Begegnung mit Goethe ereignete sich im Sommer 1788. „Endlich kann ich dir von Goethen erzählen …“, berichtet er seinem Förderer und Freund Christian Gottfried Körner am 12.09.1788. Schiller war von Rudolstadt begeistert und reiste nur schweren Herzens wieder ab: „Mein Abzug aus Rudolstadt ist mir in der That schwer geworden, ich habe dort viele schöne Tage gelebt und ein sehr werthes Band der Freundschaft gestiftet“ (an Körner am 14.11.1788).
Wie sich alles während des berühmten Rudolstädter Sommers im Jahre 1788 ereignete und fügte, wird Christian Hofmann, der Leiter des Schillerhauses Rudolstadt, in seinem Vortrag am 28. März 2024 um 18.00 Uhr im Stadtbezirksamt Loschwitz darstellen. Der Vortrag zeichnet bildreich und mit vielen Originalzitaten Schillers Weg von der Karlsschule in Stuttgart über Mannheim nach Bauerbach in Thüringen nach und geht dabei auch auf die Stationen Leipzig und Dresden ein, bevor Schiller in Thüringen sesshaft wird.

Der Referent
Christian Hofmann, Leiter des Schillerhaus Rudolstadt und Vorstandsmitglied des Museumsverband Thüringen, hat sich eingehend mit Schillers Rudolstädter Zeit beschäftigt. Er studierte Deutsch als Fremdsprache, Politikwissenschaft und germanistische Sprachwissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Nach seinem Studium lebte er einige Jahre in Asien und war an der National University of Laos und an der Deutschen Botschaft in Vientiane tätig. Bevor er die Leitung des Schillerhauses Rudolstadt übernahm, war er Dozent für Deutsch als Fremdsprache an der Bauhaus-Universität Weimar.

Eine Veranstaltung des Schiller & Körner in Dresden e.V.
Donnerstag, 28. März, 18 Uhr
Stadtbezirksamt Loschwitz
Grundstr. 3, 01326 Dresden

Eintritt frei, Spenden erwünscht, Weinausschank

Damit Dresden „schillert“. Das Jahresprogramm 2024 des Schiller & Körner in Dresden e.V.

Wie alle Jahre wird das Schillerhäuschen in Loschwitz zu Ostern, und zwar am Karfreitag, dem 29.3.2024, wieder für Besucher öffnen.

Anliegen des Schiller & Körner in Dresden e.V. ist es, das unter Denkmalschutz stehende Gebäude zu erhalten und die Erinnerungen an den Aufenthalt des Dichters in Elbflorenz sowie einen wunderbaren Freundschaftsbund wachzuhalten. Dazu hat der Verein auch für 2024 Veranstaltungen und Begegnungen vorbereitet, die Schiller wieder stärker ins Bewusstsein heben sollen.

Vortrag: „Rudolstadt – Schillers heimliche Geliebte. Schillers Weg nach Rudolstadt und seine Rudolstädter Zeit“
Zur Saisoneröffnung wird Christian Hofmann, Leiter des Schillerhauses in Rudolstadt, über Schillers Weg nach Thüringen und seine Rudolstädter Zeit sprechen (28.3.24, 18 Uhr, Stadtbezirksamt Loschwitz).
Vortrag: „Das unvollständige Kleeblatt – Christian Gottfried Körner im Diskurs mit Friedrich Schiller“
Ein weiterer Vortrag wird sich unter dem Titel „Das unvollständige Kleeblatt“ Christian Gottfried Körner und seinem kritischen Diskurs mit Schiller widmen. Dafür konnte Thorsten Bolte, Leiter des Göschenhauses in Grimma, gewonnen werden  (17.5.24, 18 Uhr, Stadtbezirksamt Loschwitz).
Elbhangfest 2024: „Auf die Dörfer“
Zum Elbhangfest (29./30.6.24) werden die Besucher im Schillerhäuschen mit Schiller- und Körnerwein sowie Rezitationen von Schillers Gedichten und Lesungen aus seinem Briefwechsel mit Körner empfangen.
Museumsnacht 2024
Am 8.6.24 ist das Schillerhäuschen wieder bis Mitternacht geöffnet und in den Abendstunden festlich illuminiert. Die Besucher werden mit Schiller- und Körnerwein sowie Rezitationen von Schillers Gedichten und Lesungen aus seinem Briefwechsel mit Körner empfangen.
Spaziergang auf Dichterspuren
Ein Rundgang zu den Dresdner Schiller- und Körnerorten wird traditionsgemäß zu Schillers Geburtstag am Schillerdenkmal ab Jorge-Gomondai-Platz starten (10.11.24, 14.30 Uhr).
Gastspiel des Leipziger Schillervereinstheaters
Den Veranstaltungsreigen beschließt das Leipziger Schillervereinstheater mit „Schillers Gedankenlyrik – Ein Ausflug in sein Reich der Ideale“ im Kügelgenhaus (30.11.24, 17 Uhr).

13. Schillerhaustreffen in Bauerbach 2023

www.paulhentschel.de

 

Anfang September stand das thüringische Bauerbach im Zentrum der „Schiller-Welt“. Der Einladung des dortigen Schillervereins zum 13. Schillerhaustreffen waren von den deutschlandweit zehn Häusern und fünf Vereinen 33 Schillerfreunde aus Marbach, Leipzig, Dresden, Weimar, Jena und Rudolstadt gefolgt, die Bauerbacher eingeschlossen. Sie waren bereits das zweite Mal Gastgeber und konnten auf ein 2020 von der Klassikstiftung Weimar saniertes Schillerhaus mit neuer Ausstellung verweisen.

Das dreitägige Programm in Bauerbach und Meinigen begeisterte alle Teilnehmer. Man folgte nicht nur den Spuren Schillers in beiden Orten, sondern erlebte das Exil des Dichters als ein idyllisches 250-Seelen-Dorf, das seine Traditionen pflegt, und Meiningen als eine pulsierende Theater- und Kulturstadt. Sylvia Günther, die Vorsitzende des Schiller & Körner in Dresden e.V., sprach aus aller Munde, wenn sie das umfangreiche Programm lobte und sich begeistert zeigte, wie es der kleine Schillerverein Bauerbach geschafft hat, ein ganzes Dorf zu mobilisieren, von der Feuerwehr, den Mitgliedern der Vereine Kinderwelt, des Förderkreises u.a., die in der Theaterscheune hervorragend für das leibliche Wohl sorgten. Als Dankeschön an die 28 Helfer konnte Dietmar Schulze aus Leipzig schließlich einen gut gefüllten Hut den Haupt-Organisatoren dieser Tage, Karin Häntzschel und Rosemarie Fickel, überreichen. Auch Bürgermeister und Landrätin wissen zu schätzen, was dieser Ort und seine Menschen für die gesamte Region bedeuten; Landrätin Peggy Greiser untermauerte das mit einem Fördermittelbescheid.

 

 

Die Gäste fühlten sich sofort 240 Jahre zurückversetzt, als sie von Friedrich Schiller und Henriette von Wolzogen in zeitgenössischer Tracht begrüßt wurden. Theatertraditionen hat schließlich nicht nur Meinigen aufzuweisen, sondern auch Bauerbach dank seiner legendären Naturbühne, über deren Geschichte man sich im Gasthaus „Zum braunen Roß“ informieren kann. Dass sein Aufenthalt in Bauerbach solche Folgen haben würde, konnte der junge Regimentsarzt und Dichter, gerade aus Stuttgart desertiert, nicht ahnen. Unter dem Pseudonym Dr. Ritter kam er am 7. Dezember 1782 völlig durchgefroren auf dem Wolzogenschen Gut an: „Endlich bin ich hier, glücklich und vergnügt, dass ich einmal am Ufer bin. Ich traf alles noch über meine Wünsche. Keine Bedürfnisse ängstigen mich mehr, kein Querstrich von außen soll meine dichterischen Träume … stören“ (8.12.1782). In der Einsamkeit seines Zufluchtsortes entstanden das Trauerspiel „Louise Millerin“ (Kabale und Liebe) sowie Pläne zu den Dramen „Don Karlos“ und „Maria Stuart“. Bauerbach wurde für Schiller zu einem „Ideenmagazin“, auch dank der Unterstützung des Meininger Bibliothekars Reinwald, seines späteren Schwagers. Auf dessen Spuren begaben sich die Teilnehmer in Meiningen unter Leitung des Gästeführers Wolfgang Häntzschel, der sie auch an das Grab von Schillers Schwester Christophine, verh. Reinwald, führte.

Nicht zuletzt war dieses Schillerhaustreffen wie alle anderen ein Arbeitstreffen, auf dem Schiller und seine Zeit in Bauerbach im Mittelpunkt standen. Dazu informierten die Kuratorin der neuen Ausstellung im Schillerhaus, Frau Dr. Bettina Werche, und die für die Sanierung des Gebäudes zuständige Bauleiterin Katrin Junge von der Klassikstiftung Weimar. Aber auch der Erfahrungsaustausch der Mitarbeiter der einzelnen Häuser kam nicht zu kurz. Und dank des Schillervereinstheaters aus Leipzig kam auf der Bühne der Theaterscheune auch das Wort des Dichters zu gebührender Geltung.

 

 

Text: Gabriele Drews

Bilder: Paul Hentschel; Lukas Mielsch