Aktuelles

Zum Vortrag:
2024 gelang dem Weimarer Archiv ein spektakulärer Ankauf. Über das Auktionshaus Stargardt in Berlin wurden Briefe von Friedrich Schiller und Christian Gottfried Körner zum Kauf angeboten. Mit Unterstützung der Freundesgesellschaft des Goethe- und Schiller-Archivs konnte die Klassik Stiftung Weimar sieben Briefe von Schiller und fünf Briefe von Körner aus dem Zeitraum von Juli 1787 bis August 1797 erwerben. Die kostbaren Originalhandschriften bereichern den Nachlass Friedrich Schillers, der zu den Kernbeständen des Weimarer Archivs gehört. Frau Dr. Silke Henke wird diesen Nachlass und besonders die neuerworbenen Briefe in ihrem Vortrag in Wort und Bild vorstellen.

Zur Referentin:
Silke Henke studierte deutsche Sprache und Literaturwissenschaft an der Universität Jena. Seit 1994 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Goethe- und Schiller-Archiv und seit 2008 Leiterin der Abteilung Medienbearbeitung und -nutzung. Ihre Forschungsschwerpunkte sind klassische deutsche Literatur, Editionsphilologie und Archivwissenschaft. Sie ist Mitherausgeberin der 2018 erschienenen historisch-kritischen Edition von Goethes „Faust“. Seit Ende 2024 ist sie im Ruhestand.

Ort: Stadtbezirksamt Loschwitz, Grundstraße 3, 01326 Dresden
Termin: Donnerstag, 28. Mai 2026, 18 Uhr
Eintritt frei, Spenden erwünscht

 

Sicher kennen Sie das Bräustübel am Körnerplatz. Aber waren Sie auch schon einmal in dem Kultur-Wohnzimmer, das dort im Obergeschoss seit 2025 einen kleinen, aber feinen Rahmen für künstlerische Veranstaltungen bietet? Dorthin lädt am Freitag, dem 24. April 2026, um 18.30 Uhr der Schiller & Körner in Dresden e.V. zu einem offenen Dichterabend zum Thema Balladen ein.
Der Balladenwettstreit zwischen Goethe und Schiller im Jahre 1797 ist für die Mitglieder des Vereins der Anlass, bekannte und weniger bekannte Werke vorzustellen und sich in gemütlicher Runde darüber auszutauschen. Die Besucher sind ausdrücklich eingeladen, selbst eine Ballade mitzubringen und vorzutragen. Aber auch für den, der nur zuhören will, verspricht der Abend Vergnügen. Gehören Schillers Balladen doch zu den Werken, die ihn berühmter als alle anderen gemacht haben. Es wird sicherlich eine Wiederbegegnung mit dem „Handschuh“ oder der „Bürgschaft“ geben, aber auch heute unbekanntere Gedichte werden zu hören sein. Und natürlich dürfen Goethes Balladen nicht fehlen, der mit Schiller in diesem Genre wetteiferte. Dafür werden allein schon die Mitglieder der Goethe-Gesellschaft Dresden sorgen. Auch wenn Sie Balladen aus früherer oder späterer Zeit mehr lieben, können Sie sich gern beteiligen. Denn die deutsche Balladentradition reicht von Bürger über Fontane bis zu Brecht und in die Gegenwart.
Wer nicht nur Hunger auf Literatur hat, für den stehen neben Hausgebrautem auch deftige Speisen im Bräustübel auf der Karte.

Termin: Freitag, 24. April 2026, um 18.30 Uhr
Die Gaststätte öffnet bereits ab 18.00 Uhr.
Ort: Bräustübel, Körnerplatz 3, 01326 Dresden
Eintritt frei, Spenden erwünscht

 

Welche Vorstellung haben Sie von Schiller? Ist er für Sie als Autor der 1781 verfassten „Räuber“ der jugendliche Stürmer und Dränger oder der klassische Dichter in Denkerpose, wie ihn Anton Graff 1786 gemalt hat, oder der 1802 Geadelte in Hoftracht, als den ihn ein anonymer Scherenschnitt zeigt? Obwohl es nicht sehr viele Schillerbildnisse gibt, sind Schillerlocken und Schillerkragen fast schon sprichwörtliche Wendungen. Als ikonisch gelten die Nase von Schiller und seine denkende Stirn. Dies prägt unser Schillerbild bis heute.
Dr. Franziska Jenrich-Tran, Leiterin des Leipziger Schillerhauses, und Christian Hofmann, Leiter des Schillerhauses in Rudolstadt, erläutern in ihrem Vortrag „Ein Bild von einem Mann – Schillerporträts in der Kunst“ am 26. März 2026 um 18 Uhr im Stadtbezirksamt Loschwitz anhand von zahlreichen Abbildungen, wie es dazu kam. Gezeigt werden neben bekannten Schillerdarstellungen auch weniger bekannte. Ergänzt wird der Vortrag mit kunsthistorischen Erklärungen und Deutungen zum Schillerbild.
Ab Ostern können Sie sich dann im Schillerhäuschen selbst ein Bild des Dichters in seinen Dresdner Jahren (1785-1787) machen – dank der Ehrenamtlichen, die in bewährter Weise wieder für die Öffnung des Museums an Wochenenden und Feiertagen bis Oktober sorgen.
Dieser Vortrag ist die erste Veranstaltung des Schiller & Körner in Dresden e.V. im Jahr 2026, der neben weiteren Vorträgen auch Lesungen, Lyrik- und Theaterabende, Gartenfeste und Spaziergänge auf Schillers Spuren folgen werden (siehe Jahresprogramm).
Vortrag:
26. März 2026, 18 Uhr, Stadtbezirksamt Loschwitz, Grundstr. 3, 01326 Dresden
Eintritt frei, Spenden erwünscht
Schillerhäuschen:
Schillerstr.19, 01326 Dresden; ab 3.4.26 geöffnet: Sa, So, an Feiertagen 10-17 Uhr

Weitere Informationen zu Verein und Programm: www.schillerhaeuschen-dresden.de

 

Das unvollständige Kleeblatt - Körner im Diskurs mit Schiller. Vortrag von Thorsten Bolte, Grimma

1797 schreibt Schiller seinem Freund Körner, der gerade ein umfassendes Urteil zu dessen „Musen-Almanach für das Jahr 1798“ übermittelt hatte: „… ich bin nun neugierig, was die zwei anderen aus meinem kritischen Kleeblatt, Goethe und Humboldt, dazu meinen werden.“ Diese leichtfüßige Bemerkung des Dichters verdeutlicht ein Dilemma, das bis heute andauert: Über Goethe und den Älteren der Humboldts ist viel geschrieben worden, über Körner deutlich weniger. Wer seinen Namen in den Katalog der Deutschen Nationalbibliothek eingibt, findet viele Reprints, aber wenig aktuelle Forschung zu ihm. Doch er war viel mehr als „nur“ Freund, Förderer und literarischer Nachlassverwalter Schillers – Christian Gottfried Körner war vielleicht der wichtigste intellektuelle Gesprächspartner für Friedrich Schiller.
Der Vortrag möchte auf Spurensuche gehen und einige Querverbindungen aufzeigen, ohne die die „Weimarer Klassik“ eine andere geworden wäre.

Zum Referenten
Thorsten Bolte studierte Literatur- und Musikwissenschaft sowie Philosophie in Köln und Leipzig. Seit 2016 leitet er das Museum Göschenhaus in Grimma, das eng mit Christian Gottfried Körner und Friedrich Schiller verbunden ist: Körner war in den frühen Verlagsjahren stiller Teilhaber an Georg Joachim Göschens Verlag und Schiller ein wichtiger Autor. 1801 besuchte Schiller mit Familie den Sommersitz in Hohnstädt (dem heutigen Göschenhaus) und schrieb „Jener Tag gehört zu den fröhlichsten, die ich durchlebte.“

Eine Veranstaltung des Schiller & Körner in Dresden e.V.
Freitag, 17. Mai 2024, 18 Uhr
Stadtbezirksamt Loschwitz
Grundstr. 3, 01326 Dresden

Eintritt frei, Spenden erwünscht, Weinausschank

Rudolstadt – Schillers heimliche Geliebte. Schillers Weg nach Rudolstadt und seine Rudolstädter Zeit

In der kleinen Thüringer Residenzstadt Rudolstadt erfüllten sich für Friedrich Schiller zwei Lebensträume. Hier fand nicht nur die erste Begegnung mit Goethe statt, hier fand er auch sein Eheglück. Als er 1787 zum ersten Mal im Haus der Familie Lengefeld-Beulwitz mit Charlotte von Lengefeld und Caroline von Beulwitz zusammentraf, war er von der aufgeschlossenen geistigen Atmosphäre der Familie derart beeindruckt, dass schnell Pläne geschmiedet wurden, wieder in Rudolstadt zu weilen. So verbrachte Schiller den Sommer des Folgejahres in der kleinen Residenzstadt an der Saale. In dieser Zeit wurde seine Leidenschaft für die noch unverheiratete Charlotte und ihre ältere Schwester Caroline geweckt. Aber auch die lang ersehnte erste Begegnung mit Goethe ereignete sich im Sommer 1788. „Endlich kann ich dir von Goethen erzählen …“, berichtet er seinem Förderer und Freund Christian Gottfried Körner am 12.09.1788. Schiller war von Rudolstadt begeistert und reiste nur schweren Herzens wieder ab: „Mein Abzug aus Rudolstadt ist mir in der That schwer geworden, ich habe dort viele schöne Tage gelebt und ein sehr werthes Band der Freundschaft gestiftet“ (an Körner am 14.11.1788).
Wie sich alles während des berühmten Rudolstädter Sommers im Jahre 1788 ereignete und fügte, wird Christian Hofmann, der Leiter des Schillerhauses Rudolstadt, in seinem Vortrag am 28. März 2024 um 18.00 Uhr im Stadtbezirksamt Loschwitz darstellen. Der Vortrag zeichnet bildreich und mit vielen Originalzitaten Schillers Weg von der Karlsschule in Stuttgart über Mannheim nach Bauerbach in Thüringen nach und geht dabei auch auf die Stationen Leipzig und Dresden ein, bevor Schiller in Thüringen sesshaft wird.

Der Referent
Christian Hofmann, Leiter des Schillerhaus Rudolstadt und Vorstandsmitglied des Museumsverband Thüringen, hat sich eingehend mit Schillers Rudolstädter Zeit beschäftigt. Er studierte Deutsch als Fremdsprache, Politikwissenschaft und germanistische Sprachwissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Nach seinem Studium lebte er einige Jahre in Asien und war an der National University of Laos und an der Deutschen Botschaft in Vientiane tätig. Bevor er die Leitung des Schillerhauses Rudolstadt übernahm, war er Dozent für Deutsch als Fremdsprache an der Bauhaus-Universität Weimar.

Eine Veranstaltung des Schiller & Körner in Dresden e.V.
Donnerstag, 28. März, 18 Uhr
Stadtbezirksamt Loschwitz
Grundstr. 3, 01326 Dresden

Eintritt frei, Spenden erwünscht, Weinausschank

Damit Dresden „schillert“. Das Jahresprogramm 2024 des Schiller & Körner in Dresden e.V.

Wie alle Jahre wird das Schillerhäuschen in Loschwitz zu Ostern, und zwar am Karfreitag, dem 29.3.2024, wieder für Besucher öffnen.

Anliegen des Schiller & Körner in Dresden e.V. ist es, das unter Denkmalschutz stehende Gebäude zu erhalten und die Erinnerungen an den Aufenthalt des Dichters in Elbflorenz sowie einen wunderbaren Freundschaftsbund wachzuhalten. Dazu hat der Verein auch für 2024 Veranstaltungen und Begegnungen vorbereitet, die Schiller wieder stärker ins Bewusstsein heben sollen.

Vortrag: „Rudolstadt – Schillers heimliche Geliebte. Schillers Weg nach Rudolstadt und seine Rudolstädter Zeit“
Zur Saisoneröffnung wird Christian Hofmann, Leiter des Schillerhauses in Rudolstadt, über Schillers Weg nach Thüringen und seine Rudolstädter Zeit sprechen (28.3.24, 18 Uhr, Stadtbezirksamt Loschwitz).
Vortrag: „Das unvollständige Kleeblatt – Christian Gottfried Körner im Diskurs mit Friedrich Schiller“
Ein weiterer Vortrag wird sich unter dem Titel „Das unvollständige Kleeblatt“ Christian Gottfried Körner und seinem kritischen Diskurs mit Schiller widmen. Dafür konnte Thorsten Bolte, Leiter des Göschenhauses in Grimma, gewonnen werden  (17.5.24, 18 Uhr, Stadtbezirksamt Loschwitz).
Elbhangfest 2024: „Auf die Dörfer“
Zum Elbhangfest (29./30.6.24) werden die Besucher im Schillerhäuschen mit Schiller- und Körnerwein sowie Rezitationen von Schillers Gedichten und Lesungen aus seinem Briefwechsel mit Körner empfangen.
Museumsnacht 2024
Am 8.6.24 ist das Schillerhäuschen wieder bis Mitternacht geöffnet und in den Abendstunden festlich illuminiert. Die Besucher werden mit Schiller- und Körnerwein sowie Rezitationen von Schillers Gedichten und Lesungen aus seinem Briefwechsel mit Körner empfangen.
Spaziergang auf Dichterspuren
Ein Rundgang zu den Dresdner Schiller- und Körnerorten wird traditionsgemäß zu Schillers Geburtstag am Schillerdenkmal ab Jorge-Gomondai-Platz starten (10.11.24, 14.30 Uhr).
Gastspiel des Leipziger Schillervereinstheaters
Den Veranstaltungsreigen beschließt das Leipziger Schillervereinstheater mit „Schillers Gedankenlyrik – Ein Ausflug in sein Reich der Ideale“ im Kügelgenhaus (30.11.24, 17 Uhr).

13. Schillerhaustreffen in Bauerbach 2023

www.paulhentschel.de

 

Anfang September stand das thüringische Bauerbach im Zentrum der „Schiller-Welt“. Der Einladung des dortigen Schillervereins zum 13. Schillerhaustreffen waren von den deutschlandweit zehn Häusern und fünf Vereinen 33 Schillerfreunde aus Marbach, Leipzig, Dresden, Weimar, Jena und Rudolstadt gefolgt, die Bauerbacher eingeschlossen. Sie waren bereits das zweite Mal Gastgeber und konnten auf ein 2020 von der Klassikstiftung Weimar saniertes Schillerhaus mit neuer Ausstellung verweisen.

Das dreitägige Programm in Bauerbach und Meinigen begeisterte alle Teilnehmer. Man folgte nicht nur den Spuren Schillers in beiden Orten, sondern erlebte das Exil des Dichters als ein idyllisches 250-Seelen-Dorf, das seine Traditionen pflegt, und Meiningen als eine pulsierende Theater- und Kulturstadt. Sylvia Günther, die Vorsitzende des Schiller & Körner in Dresden e.V., sprach aus aller Munde, wenn sie das umfangreiche Programm lobte und sich begeistert zeigte, wie es der kleine Schillerverein Bauerbach geschafft hat, ein ganzes Dorf zu mobilisieren, von der Feuerwehr, den Mitgliedern der Vereine Kinderwelt, des Förderkreises u.a., die in der Theaterscheune hervorragend für das leibliche Wohl sorgten. Als Dankeschön an die 28 Helfer konnte Dietmar Schulze aus Leipzig schließlich einen gut gefüllten Hut den Haupt-Organisatoren dieser Tage, Karin Häntzschel und Rosemarie Fickel, überreichen. Auch Bürgermeister und Landrätin wissen zu schätzen, was dieser Ort und seine Menschen für die gesamte Region bedeuten; Landrätin Peggy Greiser untermauerte das mit einem Fördermittelbescheid.

 

 

Die Gäste fühlten sich sofort 240 Jahre zurückversetzt, als sie von Friedrich Schiller und Henriette von Wolzogen in zeitgenössischer Tracht begrüßt wurden. Theatertraditionen hat schließlich nicht nur Meinigen aufzuweisen, sondern auch Bauerbach dank seiner legendären Naturbühne, über deren Geschichte man sich im Gasthaus „Zum braunen Roß“ informieren kann. Dass sein Aufenthalt in Bauerbach solche Folgen haben würde, konnte der junge Regimentsarzt und Dichter, gerade aus Stuttgart desertiert, nicht ahnen. Unter dem Pseudonym Dr. Ritter kam er am 7. Dezember 1782 völlig durchgefroren auf dem Wolzogenschen Gut an: „Endlich bin ich hier, glücklich und vergnügt, dass ich einmal am Ufer bin. Ich traf alles noch über meine Wünsche. Keine Bedürfnisse ängstigen mich mehr, kein Querstrich von außen soll meine dichterischen Träume … stören“ (8.12.1782). In der Einsamkeit seines Zufluchtsortes entstanden das Trauerspiel „Louise Millerin“ (Kabale und Liebe) sowie Pläne zu den Dramen „Don Karlos“ und „Maria Stuart“. Bauerbach wurde für Schiller zu einem „Ideenmagazin“, auch dank der Unterstützung des Meininger Bibliothekars Reinwald, seines späteren Schwagers. Auf dessen Spuren begaben sich die Teilnehmer in Meiningen unter Leitung des Gästeführers Wolfgang Häntzschel, der sie auch an das Grab von Schillers Schwester Christophine, verh. Reinwald, führte.

Nicht zuletzt war dieses Schillerhaustreffen wie alle anderen ein Arbeitstreffen, auf dem Schiller und seine Zeit in Bauerbach im Mittelpunkt standen. Dazu informierten die Kuratorin der neuen Ausstellung im Schillerhaus, Frau Dr. Bettina Werche, und die für die Sanierung des Gebäudes zuständige Bauleiterin Katrin Junge von der Klassikstiftung Weimar. Aber auch der Erfahrungsaustausch der Mitarbeiter der einzelnen Häuser kam nicht zu kurz. Und dank des Schillervereinstheaters aus Leipzig kam auf der Bühne der Theaterscheune auch das Wort des Dichters zu gebührender Geltung.

 

 

Text: Gabriele Drews

Bilder: Paul Hentschel; Lukas Mielsch